MiCA: Die Frist zum 1. Juli 2026 für Krypto-Akteure (und was sich beim KYC ändert)
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10.07.2026
Kurz gesagt: MiCA ist das europäische Gesetz, das Krypto regelt. Krypto-Akteure müssen die neue CASP-Zulassung erhalten. Ohne Zulassung muss die Tätigkeit am Ende der Übergangsfrist enden, deren genauer Zeitpunkt vom jeweiligen Mitgliedstaat abhängt. In Frankreich ist das der 1. Juli 2026. Und MiCA schreibt eine echte Identitätsprüfung der Kunden vor.
Was ist MiCA?
MiCA (für Markets in Crypto-Assets) ist die Verordnung (EU) 2023/1114. Sie ist der erste umfassende Rechtsrahmen weltweit, der Krypto-Werte auf der Ebene eines großen Marktes reguliert.
Konkret schafft sie eine einheitliche Zulassung für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (die CASP, auf Deutsch Kryptowerte-Dienstleister): Handelsplattformen, Verwahrung, Auftragsausführung, Beratung. Einmal in einem Land zugelassen, kann ein Akteur dank eines europäischen Passporting-Systems in der gesamten Union tätig sein.
Der Zeitplan ist bereits weit fortgeschritten:
- Juni 2024: erste Regeln, für Stablecoins.
- Dezember 2024: Inkrafttreten des Rests, darunter die Zulassung der Krypto-Plattformen.
Mit anderen Worten: MiCA ist keine Sache für „morgen", sondern bereits vollständig anwendbar.
Das eigentliche Thema jetzt: das Ende der Übergangsfrist
Krypto-Akteure waren in vielen Mitgliedstaaten bisher nach nationalen Regelungen registriert oder zugelassen. MiCA sieht eine Übergangsfrist vor, um vom alten nationalen Regime zur neuen europäischen CASP-Zulassung zu wechseln.
Diese Übergangsfrist kann bis zu 18 Monate nach Dezember 2024 dauern, also spätestens bis zum 1. Juli 2026. Der genaue Zeitpunkt hängt vom jeweiligen Mitgliedstaat ab. In Frankreich wurde die maximale Dauer gewählt: Die Frist endet dort am 1. Juli 2026, wie die AMF bestätigt hat. Was das ganz konkret bedeutet:
- Ein Akteur, der seine CASP-Zulassung erhalten hat, macht normal weiter.
- Ein Akteur, der sie nicht erhalten hat, muss seine Tätigkeit einstellen und einen Plan für eine geordnete Schließung vorlegen (Rückgabe oder Übertragung der Vermögenswerte).
Das ist ein echter „Cliff Edge": Am Stichtag ist man zugelassen oder man hört auf. Und Anfang 2026 war ein erheblicher Teil der Krypto-Anbieter noch nicht in Ordnung.
Was MiCA in Sachen KYC und Geldwäschebekämpfung vorschreibt
Hier trifft das Thema den Kern der Betrugsbekämpfung. Eine CASP-Zulassung zu haben ist nicht nur eine Formalität: Sie verpflichtet dazu, zu wissen, wer die eigenen Kunden sind.
- Identifizierung und Identitätsprüfung bei Aufnahme der Geschäftsbeziehung, im Rahmen der Geldwäschebekämpfung (LCB-FT).
- Die „Travel Rule": Bei jedem Krypto-Transfer muss die Identität von Absender und Empfänger nachverfolgt werden.
- Die Erkennung verdächtiger Transaktionen und von Marktmissbrauch.
Klar gesagt: Ein Krypto-Akteur muss künftig denselben Anspruch wie eine Bank an die Identität seiner Kunden erfüllen und diese Kontrollen einbinden, ohne das Nutzererlebnis zu beeinträchtigen. Der Sektor ist zudem ein bevorzugtes Ziel von Identitätsdiebstahl und Mule-Konten, was die Betrugserkennung beim Onboarding umso wichtiger macht. Diese Pflichten greifen mit dem europäischen Geldwäschepaket ineinander.
Die Sanktionen
Das Regime wirkt abschreckend. Je nach Art des Verstoßes können die Geldbußen mehrere Millionen Euro erreichen oder sogar einen Prozentsatz des Umsatzes bei den Plattformen betragen. Aber die eigentliche Sanktion ist kurzfristig einfacher: Ohne Zulassung am Ende der Übergangsfrist darf man nicht mehr tätig sein.
Was das für Ihr Krypto-Onboarding bedeutet
Für einen Krypto-Akteur entscheidet sich die MiCA-Konformität zu einem großen Teil bei der Aufnahme der Geschäftsbeziehung: Identität prüfen, Betrug erkennen, Transfers nachverfolgen, jede Entscheidung dokumentieren. Die Herausforderung besteht darin, das schnell und reibungslos zu tun, denn im Krypto-Bereich ist das Nutzererlebnis ein Schlüsselfaktor.
Fazit
MiCA ist keine ferne Frist mehr: Es ist jetzt. Das Ende der Übergangsfrist markiert den endgültigen Umstieg auf die CASP-Zulassung, in Frankreich am 1. Juli 2026. Über das Datum hinaus ist die Kernbotschaft klar: Krypto tritt in das allgemeine Recht der Kundenkenntnis ein. Identifizieren, prüfen, nachverfolgen: dieselben Reflexe wie in der traditionellen Finanzwelt.
Quellen: Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Amtsblatt der Europäischen Union; AMF, Mitteilungen zum Ende des nationalen Übergangsregimes (2026). Zahlen und Übergangsfristen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zu bestätigen.
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